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AH: Projektdokumentation Coaching für alleinerziehende Mütter aus der Ukraine
Ein Kooperationsprojekt von FwiD e.V. und Stiftung Alltagsheld:innen (AH) vom 01.06.2025 - 31.05.2026
- 12 Monate Projektlaufzeit,
- 96 Stunden Gruppencoaching,
- 48 Stunden individuelle Einzelberatung,
- 20 Stunden praxisorientierte Fortbildungen,
- Fünf erfahrene Psychologinnen und Coachinnen,
- Ein gemeinsames Ziel: nachhaltige Perspektiven für alleinerziehende Mütter aus der Ukraine.
Mehr als Coaching: Wie alleinerziehende ukrainische Mütter in Düsseldorf neue Perspektiven gefunden haben
Manchmal braucht ein Neuanfang vor allem eines: Menschen, die an einen glauben. Für viele Frauen, die mit ihren Kindern vor dem Krieg aus der Ukraine fliehen mussten, begann in Deutschland ein Alltag voller Verantwortung und Unsicherheit. Sie mussten Sicherheit schaffen, ihre Kinder begleiten, den deutschen Alltag verstehen, Arbeit finden – und dabei oft ihre eigenen Sorgen und Belastungen zurückstellen.
Gerade alleinerziehende Mütter stehen dabei vor besonderen Herausforderungen. Berufliche Integration, Kinderbetreuung, finanzielle Verantwortung, Trennung von Angehörigen und die psychischen Folgen von Krieg und Flucht treffen gleichzeitig aufeinander.
Mit unserem Projekt „Coaching für Alleinerziehende aus der Ukraine“ wollten wir diesen Frauen nicht nur Informationen vermitteln – sondern sie langfristig auf ihrem Weg begleiten, stärken und neue Perspektiven eröffnen.
Möglich wurde dieses Projekt durch die Förderung der Stiftung Alltagsheld:innen, der wir herzlich für ihr Vertrauen danken.
Langfristige Begleitung statt kurzfristiger Hilfe
Uns war von Anfang an klar: Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht in einem einzelnen Workshop. Deshalb setzte das Projekt auf eine kontinuierliche Begleitung über ein ganzes Jahr. Neben den regelmäßigen Gruppencoachings standen den Teilnehmerinnen individuelle Einzelberatungen zur Verfügung, in denen persönliche Fragestellungen und aktuelle Herausforderungen gezielt bearbeitet werden konnten. Diese Kombination aus Gruppenangeboten, Einzelcoachings und Fortbildungen schuf einen geschützten Raum für persönliche Entwicklung, gegenseitige Unterstützung und konkrete berufliche Perspektiven.
Berufliche Integration beginnt mit Zuversicht
Viele Teilnehmerinnen verfügten bereits über Studienabschlüsse, Berufserfahrung und großes Engagement. Dennoch stellte der deutsche Arbeitsmarkt sie vor neue Herausforderungen. In den beruflichen Coachinggruppen arbeiteten die Teilnehmerinnen gemeinsam mit den Coachinnen an Lebensläufen, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgesprächen, beruflicher Orientierung sowie modernen Bewerbungsstrategien – einschließlich des sinnvollen Einsatzes von KI.
Dabei ging es um weit mehr als perfekte Bewerbungsunterlagen. Es ging darum, das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurückzugewinnen und den Mut zu entwickeln, neue berufliche Wege zu gehen.
Bereits während des Projekts fanden erste Teilnehmerinnen eine Arbeitsstelle, andere erhielten Einladungen zu Vorstellungsgesprächen oder begannen Qualifizierungsmaßnahmen. Gleichzeitig entstanden Messenger-Gruppen, in denen bis heute Stellenangebote, Weiterbildungen und Erfahrungen ausgetauscht werden.
Starke Mütter stärken ihre Kinder
Ebenso wichtig wie der berufliche Neuanfang war die persönliche Stabilisierung. Viele Frauen leben seit Jahren unter hoher emotionaler Belastung. Kriegserfahrungen, die Sorge um Angehörige, finanzielle Unsicherheit und die alleinige Verantwortung für die Kinder hinterlassen Spuren. Im persönlichen Coaching entstanden geschützte Räume für Themen wie Stressregulation, Selbstfürsorge, Erziehung, Eltern-Burnout, Migration, Traumafolgen oder Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Viele Teilnehmerinnen berichteten, dass sie nach den Coachings nicht nur mehr innere Stabilität empfanden, sondern auch sicherer und gelassener im Familienalltag handeln konnten. Denn wenn Mütter gestärkt werden, profitieren immer auch ihre Kinder.
Fachwissen, das im Alltag ankommt
Ergänzend zu den Coachinggruppen fanden sechs Workshops im Rahmen von zwei Fortbildungsreihen statt. Die Themen reichten von beruflicher Orientierung, Bewerbungsstrategien und Selbstpräsentation bis hin zu Stressregulation, psychischer Gesundheit, emotionaler Selbstfürsorge und dem Umgang mit hochsensiblen Kindern.
Die Fortbildungen standen bewusst auch alleinerziehenden Müttern offen, die nicht an den regelmäßigen Coachinggruppen teilnehmen konnten. Dadurch konnten wir deutlich mehr Frauen erreichen und weitere Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung schaffen.
Menschen machen den Unterschied
Ein besonderer Erfolgsfaktor des Projekts war das interdisziplinäre Team aus fünf erfahrenen Psychologinnen und Coachinnen. Die Coachings wurden von Oksana Honcharova, Nataliia Husieva und Iuliia Pavliuchyk durchgeführt. Für die Fortbildungsreihen konnten darüber hinaus Mariia Rohalska sowie Tetiana Nazarenko als Referentinnen gewonnen werden.
Alle fünf Frauen verfügen über langjährige fachliche Erfahrung und verbindet ein weiterer wichtiger Aspekt: Sie haben selbst einen Migrationshintergrund und den Integrationsprozess in Deutschland erfolgreich durchlaufen. Dadurch brachten sie nicht nur ihre professionelle Expertise ein, sondern auch ein tiefes Verständnis für die Lebensrealität der Teilnehmerinnen.
Sie begleiteten die Frauen nicht nur als Psychologinnen und Coachinnen, sondern wurden zugleich zu glaubwürdigen Vorbildern dafür, dass ein erfolgreicher beruflicher und persönlicher Neuanfang möglich ist.
Was bleibt, wenn ein Projekt endet?
Der vielleicht größte Erfolg dieses Projekts lässt sich nicht in Zahlen messen.
- Es sind Frauen, die wieder Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten gefunden haben.
- Es sind Mütter, die gestärkt in ihren Familienalltag zurückkehren.
- Es sind neue Freundschaften und Netzwerke, die über das Projekt hinaus bestehen bleiben.
- Viele Teilnehmerinnen stehen bis heute miteinander in Kontakt, unterstützen sich gegenseitig, tauschen Informationen aus und begleiten einander auf ihrem weiteren Weg.
Aus einzelnen Teilnehmerinnen ist eine Gemeinschaft geworden.
Gemeinsam Zukunft gestalten
Unser herzlicher Dank gilt der Stiftung Alltagsheld:innen – Stiftung für die Rechte von Alleinerziehenden, die dieses Projekt ermöglicht hat. Die Stiftung setzt sich für gleiche Rechte, gesellschaftliche Teilhabe und faire Chancen von Ein-Eltern-Familien ein und fördert insbesondere Projekte für migrantische und geflüchtete Alleinerziehende. Mit ihrer Unterstützung konnten wir ukrainischen alleinerziehenden Müttern weit mehr bieten als Beratung: einen Ort der Begegnung, des Vertrauens und der persönlichen Entwicklung.
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll langfristige Begleitung sein kann. Denn Integration beginnt nicht erst mit einer Arbeitsstelle. Sie beginnt dort, wo Menschen wieder an ihre eigenen Fähigkeiten glauben und den Mut finden, ihre Zukunft selbst zu gestalten.


















